Steuergestaltung für den Expatriate in Thailand

Der Mythos von der einfachen thailändischen Steuererklärung

Deutsche, die sich vorübergehend oder auf Dauer in Thailand aufhalten, haben regelmäßig Fehlvorstellungen über bestehende Einkommensteuerpflichten. Die betrifft die Unterscheidung zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht und die Möglichkeiten einer Auswahl zwischen beiden Besteuerungsarten, Auswirkungen des DBA Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Thailand, Anwendungsbereich und Berechnung der 183-Tagesregelung, den steuerlichen Mittelpunkt der Lebensführung und der Bestimmung des Mittelpunkts der Lebensinteressen sowie die Anforderungen an einen steuerlichen Wohnsitz.

Das thailändische Steuerrecht hat eine geringere Komplexität als der deutsche Gegenpart. Die Kalkulation der thailändischen Steuerschuld kann daher bei einfacheren Fällen ohne steuerliches Spezialwissen erfolgen, quasi auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel. 

Für die Expatriatebesteuerung liegt die Schwierigkeit nicht im thailändischen Steuerrecht, sondern im Sachverhalt und den grenzüberschreitenden steuerlichen Regelungen mit dem Heimatland. Es besteht somit die Wahl, die steuerlichen Pflichten im Do-it-yourself-Verfahren zu erfüllen und entweder die thailändischen Anforderungen zu ignorieren, auf eine steuereffektive Behandlung großzügig zu verzichten, oder professionellen Rat in Anspruch zu nehmen. 

Steuerliche Gestaltungselemente für den Expatriate in Thailand

Einkommensituation: Ein Ausländer hat typischerweise weitere Einkommensquellen, teilweise in Thailand, teilweise in seinem Heimatland, teilweise in Drittländern. Wird er vom Mutterhaus entsendet, wird er verschiedene Anstellungsverhältnisse aufrecht erhalten. In seinem thailändischen Vertrag befinden sich häufig Provisions- und Tantiemeklauseln. Er wird berufsmäßig einen Teil seiner Arbeitszeit ausserhalb Thailands verbringen und hat entsprechende Steueroptimierungsmöglichkeiten. Weitere interessante Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich im Jahr der Entsendung sowie der Rückkehr ins Heimatland. Und die Liste unserer Praxiserfahrungen ist hiermit noch lange nicht am Ende. Thailand ist kein Niedrigsteuerland.

Deutsch-thailändische Steuerplanung: Der Ausländer muss die Auswirkungen seiner thailändischen Steuersituation für seine heimische Steuerposition berücksichtigen. Dazu gehört auch die Nutzung der Doppelbesteuerungsabkommen. Weitere Wechselwirkungen ergeben sich hinsichtlich der ausländerrechtlichen Situation. Für einen Laien ist die Gesamtproblematik, die hier nur ansatzweise angerissen wird, unüberschaubar. Hinzu kommt die strafrechtliche Problematik, wenn auch nur kleine Beträge nicht deklariert werden. Und auch gegenüber seinem Konzernmutterhaus besteht die arbeitsrechtliche Verpflichtung, Steuerzahlungen im gesetzlichen Umfang zu leisten.

Expatriatebesteuerung: In Thailand ist die steuerliche Ausgestaltung der Expatriate-Vereinbarung zusätzlich mit arbeits- und ausländerrechtlichen Fragestellungen eng verknüpft. Dies wird näher erläutert unter “Thailaendisches Steuerrecht; Vertragsoptimierung für den Expatriate in Thailand”. Der Beitrag stellt die typischen Bausteine einer sinnvollen Einkommensteuerplanung für von Deutschland nach Thailand entsandte Expatriates dar: Verlust der unbeschränkten Steuerpflicht, Zahlungswege, Sozialversicherung, Entsendungsmodell, Lizenzzahlungen und Dividenden, Zahlungszeitpunkt, Aufspaltung des Anstellungsverhältnisses, Fringe Benefits, Bruttolohnvereinbarung und Abfindungszahlung. Als Resümee ist festzuhalten, dass die Besteuerung der Expatriates in Thailand interessante Gestaltungsmöglichkeiten bietet, wenn die thailändischen Besonderheiten berücksichtigt werden.

Exitbesteuerung: Weitere Aspekte betreffen nachwirkende Steuerpflichten trotz des Wegzugs aus Deutschland, Zweifelsfragen zum Umfang der deutschen und thailändischen Steuerpflichten, die Geltendmachung des Aufwands in Thailand in der deutschen Steuererklärung und sonstige Fragen der Steuerplanung und Steuergestaltung für den Expat in Thailand.

Die vier Flaggen: Unternehmerisch denkende Ausländer nutzen in Thailand häufig die „Vier-Flaggen-Theorie“. Diese besagt dass steuerliche Vorteile dadurch erreichbar sind, dass Staatsangehehörigkeit, Aufenthalt, Geschäftssitz und Vermögensstandort / Bankkonto in vier verschiedene Länder aufgespalten werden. Die räumliche Entfernung Thailands vom deutschen Heimatland und die räumliche Nähe zu den Finanz- und Geschäftszentren Hong Kong und Singapur wird dabei versucht, jeweils zum eigenen Vorteil zu nutzen. Im Bereich des internationalen Steuerrechts gilt jedoch, dass wer fast alles richtig macht, im Ergebnis alles falsch macht. PUGNATORIUS Ltd. berät dabei, typische Fehler in der Strukturierung und Durchführung zu vermeiden, eine bestehende Gestaltung steuereffizient anzupassen, und sich der steuerlichen Fallstricke und Handlungspflichten bewusst zu werden. Dies betrifft die bekannten Unbekannten, mehr aber die unbekannten Unbekannten in der Steuerberechnung.

Deutscher Steuerberater in Thailand – PUGNATORIUS Ltd. in Bangkok

PUGNATORIUS Ltd. ist die deutsche Wirtschafts- und Steuerkanzlei mit Sitz in Bangkok für Rechtsberatung und Steuerberatung nach deutschem Standard. Der Tätigkeitsbereich und das steuerliche Beratungs- und Unterstützungsangebot ergeben sich aus “Internationale Steuerberatung in Thailand“. Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuernzahlen. Die Kenntnis aber häufig.

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