Die Kosten der Rechtsberatung

Die Notwendigkeit aufwändiger Rechtsberatung im Land des Lächelns

Thailand  hat einen Ruf für erfolgversprechende Investitionsmöglichkeiten, aber das Land des Lächelns ist gleichzeitig bekannt für unwirksame Investitionsstrukturen, die den ausländischen Investor durch einen Verstoß gegen die Ausländergesetzgebung rechtlich und praktisch schutzlos stellen. Einfache und vermeintlich preisgünstige Gestaltungen enden in der Praxis nicht selten im Totalverlust. Auf ein “Grand Opening” folgt dann früher oder später ein “silent closing”.

Der preisgünstigste Rechtsrat ist häufig die teuerste Erfahrung. Den Verzicht auf eine abgesicherte Lösung, eine zukunftssichere Gestaltung und eine Struktur in Übereinstimmung mit der Ausländergesetzgebung mit einer angestrebten Minimierung der Rechtsberatungskosten zu rechtfertigen, ist offensichtlich keine sinnvolle Vorgehensweise.

Rechtsvertretung in Thailand bedeutet die Durchsetzung rechtlicher Interessen gegenüber privaten Beteiligten und Behörden. Wenn dies einfach ist, dann wurden die Hürden zu niedrig gelegt. Verträge oder Gesellschaftsstrukturen, die den Ausländer schutzlos lassen, können verständlicherweise leicht vereinbart werden. Jede Bequemlichkeit rächt sich später. 

Der Beitrag “Deutsche Tugenden unter thailändischer Sonne” beschreibt die Erfahrung, dass insbesondere Deutsche die höchsten Anforderungen an die Bauqualität thailändischer Immobilien stellen, sich aber gleichzeitig mit einer minderwertigen und kaum zukunftsfähigen rechtliche Struktur begnügen wenn es um die eigene Investition in Thailand geht.

Investitionsvorhaben benötigen ein international angemessenes Budget für Rechtsberatung

Asienerfahrene Finanzgeber erfordern daher, dass die von ihnen finanzierte Thailandinvestition sorgfältig rechtlich strukturiert wird. Für eine Auslandsinvestition werden international üblicherweise um die 2% des Projektwerts als “legal fees” budgetiert. Dies ist der Betrag, den der Investor an seine Anwaltskanzlei zu zahlen hat. Anderenfalls ähnelt die Investition einem Glücksspiel.

Ausländische Investitionen sind komplizierter als erwartet und neben den bekannten Unbekannten, die man vorab einschätzen kann, gibt es die unbekannten Unbekannten, die sich letztlich auch bei einer Abrechnung nach Zeitaufwand zu den 2% als Honorarbetrag summieren. Ein externer Finanzgeber wird daher einen Finanzplan erwarten, der ein entsprechendes Budget vorsieht. Ein Spaßinvestor mag diesen Betrag erheblich reduzieren, wenn es ihm um eine bequeme und leichtgängige Vorgehensweise geht und er nur sein Spielgeld einsetzen will.

Internationale Erfahrungen zeigen, dass höhere Anwaltshonorare sich am Ende selbst bezahlen. Jeder Dollar zusätzlicher Anwaltsaufwand sollte sich in einem Mehrwert für den Mandanten von zehn Dollar widerspiegeln. Dies ist selbstverständlich eine subjektive, kaum überprüfbare Einschätzung. Jeder Fall ist anders.

Die nachteiligen Folgen einer billigen Rechtsberatung für alle Beteiligten

Wenn eine Anwaltskanzlei einen erheblich unter diesem Erfahrungsbetrag liegenden Honorar als Festhonorar akzeptiert, dann kann dies drei Gründe haben. Entweder leidet die Kanzlei unter einem Auftragsmangel und muss die brachliegenden Anwaltsressourcen in Betrieb halten. Oder es werden einzelne Punkte abgekürzt, Verhandlungsziele reduziert und damit auf Vorteile zu Lasten des Mandanten bewusst verzichtet. Die dritte Möglichkeit ist es, nach erfolgter Mandatierung aus einer Position der Stärke heraus nachzuverhandeln und den Mandanten unter Druck zu setzen, um Zusatzhonorare zu erpressen.

Die Presse berichtet ständig über Investoren, die ihre Investition auf Vertrauen basieren und sich dann erschüttert zeigen, dass Vertrauen kein thailändisches Konzept für erfolgreiche Geschäfte ist: 

 

PUGNATORIUS Ltd. – Das Recht der Großstadt

Die Auffassung, dass in den thailändischen Provinzen, weit entfernt von Bangkok, die rechtlichen Fragestellungen entspannter angegangen werden können, stellt sich früher oder später als grundfalsch heraus. In dem Interview “Das Recht der Großstadt” wird erläutert, warum eine strikte Rechtsanwendung langfristig auch in einem verschlafenen Provinznest erforderlich ist und eine Vielzahl von rechtlichen Strukturen, die zwar billig sind aber kein Bangkok-Niveau erreichen, früher oder später nicht nur wackeln sondern umfallen werden.

Die Wirtschafts- und Steuerkanzlei PUGNATORIUS Ltd. ist in der Lage, Billigmandatierungen abzulehnen, da sie im Ergebnis allen Beteiligten schaden. Wenn der Mandant seinen Berater 10.000 km von zu Hause entfernt nicht hinreichend wertschätzt, wird die kostenreduzierte Investitionsstruktur ihm keine langfristige Freude machen. Die “1b”-Mandate haben für Anwaltskanzleien allgemein eine geringe Priorität und werden hinter den 1a-Mandaten eingeordnet. Seiten der Anwälte kann eine schlechte Beratung und Fallbearbeitung offensichtlich später nicht damit gerechtfertigt werden, dass es jedenfalls billig war. 

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