Visa und Arbeitserlaubnis in Thailand

#1. Visaarten: Ausländer, die nach Thailand einreisen wollen, benötigen hierzu grundsätzlich ein Visum. Es gibt verschiedene Visa-Arten, die sämtlich in den thailändischen Konsulaten, also ausserhalb Thailands, zu beantragen sind. Ein “Visa on Arrival“, auch “Airport-Visa“ genannt, gibt es in Thailand für 28 Länder, zu denen Deutschland, Österreich und die Schweiz jedoch nicht gehören.

Sichtvermerk: Thailand hat für verschiedene Nationalitäten – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – unter gewissen Konditionen und für eine beschränkte Aufenthaltsdauer auf das Visumerfordernis verzichtet. Eine Aufenthaltserlaubnis wird in diesen Fällen auch ohne Visum bei der Einreise durch Sichtvermerk im Reisepass gewährt – für D/A/CH-Ausländer regelmäßig für einen Zeitraum von 30 Tagen.

Visa-Run: Bis zum 10. Mai 2014 war es üblich, nach Ablauf der visumfreien Aufenthaltserlaubnis durch kurzfristige Aus- und Wiedereinreise eine erneute visabefreite Aufenthaltserlaubnis von 30 oder zumindest 15 Tagen zu erlangen. Dies wird Border-Run (oder fälschlicherweise Visa-Run) genannt. Hierdurch konnte bisher der Wohnsitz in Thailand auch über eine Zeitdauer von mehreren Jahren aufrecht erhalten bleiben, ohne dass ein Visum beantragt werden musste. Gemäß einer übergangslos angewendeten Policy-Änderung der thailändischen Einwanderungsbehörden ist die Neuerteilung der Aufenthaltsberechtigung nicht mehr möglich, falls dies im Rahmen des oben beschriebenen Raus-Rein-Verfahrens erfolgt.

Elite Visa: Einen Sonderstatus nimmt das Elite-Visa ein. Es bietet eine langfristige Aufeinthaltserlaubnis im Land des Lächelns, ohne die thailandübliche Bürokratie. Es ist die empfehlenswerte und letztlich auch ökonomisch vorteilhafteste Visaform, wenn der Visainhaber nicht in Thailand arbeiten will oder muss.

TM30: Ausländische Mieter sind gemäß Formular TM30 vom Eigentümer des Hauses, Condominiums, Apartments oder Hotels den Behörden anzumelden. Die Strafe beträgt THB 2.000 bzw. beim Hotel THB 10.000. Die Anmeldeverpflichtung trifft zwar nicht den Mieter. Er bzw. sie benötigt jedoch die Quittung über die Anmeldung für seine Visa-Verlängerung. Um die Visaverlängerung zu erhalten, mag er zudem in die Mithaftung für die Vermieterstrafe genommen werden. Bei der Ausreise wird bisher nicht überprüft, ob die TM30 Anmeldung erfolgt ist.

#2. Visavoraussetzungen: Die konkreten Anforderungen an ein Visum sind regelmäßigen Veränderungen unterworfen und weichen auch von Konsulat zu Konsulat ab. Zuverlässige Quelle für aktuelle Informationen sind daher allein die Internetseiten sowie telefonische Auskünfte des jeweils zuständigen thailändischen Konsulats. Die Einschaltung einer erfahrenen Anwaltskanzlei wird in Anbetracht der geringen Visakosten regelmäßig unverhältnismäßig sein. Am teuersten ist die Nutzung eines Visabeschaffers, der gegen Bargeld „über Nacht“ unbürokratisch einen Visastempel im Reisepass ermöglicht, den er sich illegal beschafft hat und der selbstverständlich keine wirksame Aufenthaltsgenehmigung bewirken kann.

#3. Arbeitserlaubnis: Nur bei Erhalt eines Geschäftsvisums besteht die Erlaubnis, in Thailand zu arbeiten. „Arbeit“ wird hierbei so weit verstanden, dass sie sämtliche mechanischen Tätigkeiten umfasst – nur Nachdenken ist erlaubnisfrei – bereits am ersten Tag beginnt und keine Entlohnung erfordert.

Mehrfacharbeit: Arbeit war für Ausländer bis vor kurzem lediglich für ein genau definiertes Arbeitsverhältnis mit einer namentlich benannten thailändischen Gesellschaft erlaubt. Im Rahmen einer Neuregelung besteht eine weitergehende Flexibilität, mit einer Arbeitserlaubnis mehrere Tätigkeiten auszuüben. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden.

Geschäftsreise: Im Rahmen eines kürzliches königlichen Erlasses werden bestimmte Tätigkeiten im Rahmen einer Geschäftsreise nach Thailand nicht als erlaubnispflichtige Arbeit verstanden. Die Voraussetzungen sind penibel einzuhalten.

#4. Anforderungen für Arbeitserlaubnis: Weitere Voraussetzungen für die Arbeitserlaubnis sind, dass die thailändische Gesellschaft ein eingezahltes Kapital von THB 2 Millionen aufweist, dem Ausländer einen monatlichen Arbeitslohn von mindestens THB 50.000 (abhängig von Nationalität) zahlt und daneben vier weitere Thailänder sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die genannten Mindestvoraussetzungen gelten pro ausländischer Tätigkeit. Bei mehreren Ausländern multiplizieren sich die Voraussetzungen entsprechend.

Für Ausländer, die mit einem thailändischen Ehegatten verheiratet sind, gibt es Erleichterungen.

#5. Vorgehensweise: Die typische und richtige Vorgehensweise ist es, zunächst im Heimatland, in Singapur oder in Malaysia ein Geschäftsvisum („Non-B-Visa“) für 90 Tage zu beantragen. Dies erfolgt entweder unter Vorlage eines Einladungsschreibens des späteren Arbeitgebers oder generell als Investor. Eine Beantragung innerhalb von Thailand ist nicht möglich. Als zweiter Schritt wird dann nach erfolgter Einreise die Arbeitserlaubnis beantragt. Die Arbeitserlaubnis muss persönlich abgeholt werden und kann daher nicht aus dem Ausland erfolgen.

#6. Kein Sonderrecht für Gesellschafter: Die Tätigkeit als Gesellschafter bedarf keiner Arbeitserlaubnis. Die Gesellschafterstellung allein stellt keine Arbeit dar. Ist der Gesellschafter aber zugleich Direktor oder sonstiger Angestellter, dann bedarf er hierfür eine Arbeitserlaubnis. Arbeit liegt auch bei der Tätigkeit in der „eigenen Firma“ vor. Es gibt kein Sonderrecht für den Gesellschafter, in Thailand arbeiten zu dürfen.

#7. Arbeiten ausserhalb Thailands: Das Erfordernis einer Arbeitserlaubnis ist beschränkt auf die Tätigkeit in Thailand. Arbeitet der Direktor oder ein sonstiger Angestellter für die thailändische Gesellschaft nur vom Ausland aus, so ist eine Arbeitserlaubnis nicht erforderlich. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn der Direktor oder ein sonstiger Arbeitnehmer zwar in Thailand wohnt, für „seine“ thailändische Gesellschaft aber nur während seiner Auslandsreisen tätig wird.

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