Recht postfaktisch

Recht postfaktisch: Elfmal falsches Recht in Thailand

Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sie folgen allein den Gefühlen.” (Angela Merkel)

Postfaktisch, im englischen Sprachgebrauch “post-truth”, sind Aussagen, die eine gute Stimmung verbreiten, aber eigentlich nicht wahr sind. Sie haben eine lange Lebensdauer, da sich niemand gerne seine Illusionen zerstören lässt. Wer seine Scheinwahrheiten fortwährend aus interessengelenkten Foren und Facebook Seiten bezieht, wird in seiner postfaktischen Ansicht bestärkt. Dies wird als Echokammer oder Filterblase bezeichnet.

Im Hallo-Magazin wurden in 2017 in elf Beiträgen populäre Irrtümer zum Recht in Thailand vorgestellt und entzaubert. Die Beiträge haben einen Schwerpunkt im Gesellschafts- und Investitionsrecht sowie im Grundstücks- und Leasingrecht. Das Dezemberheft 2017 enthält eine Zusammenfassung aller elf Beiträge. Nicht alles, was ein Investor gerne liest und was den Vertragsabschluss in Thailand leichter macht, muss deshalb auch aus rechtlicher Sicht zutreffend sein:

  1. “Ausländern ist der Landerwerb in Thailand verboten. Die Ausländergesetze verbieten aber nicht den Erwerb eines Hauses. Daher ist der Eigentumserwerb der Villa auf geleastem Land eine sinnvolle Struktur für ausländische Investoren.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Januar 2017.
  2. “Eine thailändische Gesellschaft darf nur dann Grundstücke erwerben und halten, wenn sie gleichzeitig noch aktive Geschäfte betreibt. Falls sie jedoch nur zum Zweck des Grundstückserwerbs gegründet wurde, ist sie rechtswidrig.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Februar 2017.
  3. “Die Eintragung des Mietvertrags auf der Rückseite der Grundstücksurkunde gibt dem Mieter eine grundbuchfeste Absicherung.” Veröffentlicht im Hallo Magazin März 2017.
  4. Grundstückseigentümer ist der, dessen Name auf der Grundstücksurkunde (Chanote) steht.” Veröffentlicht im Hallo Magazin April 2017.
  5. “Der Leasingvertrag über das Grundstück ist vererblich, wenn man ihn sachgerecht gestaltet.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Mai 2017.
  6. “Wer sein Haus auf den Namen seiner thailändischen Partnerin erworben hat, kann dies durch ein Usufruct nachträglich und fast umsonst absichern.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Juni 2017.
  7. “Unwirksame Anteilsübertragungen werden nach fünf Jahren trotzdem wirksam.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Juli 2017.
  8. „Eine teure Gesellschaftsgründung benötigt man nur, wenn man dem thailändischen Partner nicht vertrauen kann.“ Veröffentlicht im Hallo Magazin August 2017.
  9. “Vor dem thailändischen Mehrheitsgesellschafter schützt die Blanko-Übertragungserklärung.” Veröffentlicht im Hallo Magazin September 2017
  10. “Wenn die Gesellschafterversammlung nicht ordnungsgemäß stattfindet, werden ihre Fehler nach einem Monat geheilt.” Veröffentlicht im Hallo Magazin Oktober 2017.
  11.  „Der Direktor kann eine unerwünschte Anteilsübertragung notfalls verhindern.“ Veröffentlicht im Hallo Magazin November 2017.

“Was veranlasst einen Mandanten in Pattaya oder aus anderen Provinzen, sich mit seiner Angelegenheit an Sie in Bangkok zu wenden?”

Er kann bei uns erwarten, etwas anderes zu bekommen als von seinem lokalen Anwaltsbüro. Nicht nur einen anderen Weg, sondern auch ein anderes Ziel. Manchmal unbequemer, häufig auch etwas teurer, aber – so unsere Auffassung – dafür richtig.

Vielen Deutschen wird suggeriert, dass das strenge, aber auch rechtssichere thailändische Recht an den Stadtgrenzen Bangkoks endet und fernab von der Hauptstadt die Dinge anders gesehen werden können. Dass der Aufwand einer sorgfältigen Rechtsberatung unnötig sei und man das Immobilien- oder Geschäftsprojekt unter Verwendung von Vereinfachungen, Abkürzungen und Einsparungen realisieren könne. Dass billig auf Dauer aber nicht funktioniert, spricht sich immer mehr herum. (Quelle: Hallo Magazin Oktober 2016)

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