Die internationale Scheidung

Professionelle Unterstützung bei Scheidungsverfahren mit Thailandbezug

Die ausländisch-thailändische Heirat gilt in der Praxis nur in begrenztem Umfang als Erfolgsmodell. Die künstliche Verlängerung einer unerfreulichen Situation, die Aufrechterhaltung einer gescheiterten Ehe bis es gar nicht mehr anders geht, ist eine Entscheidung, die in vielfacher Hinsicht zu einer wachsenden Belastung wird. 

 

#1. Die thailändische Privatscheidung: Anders als in Deutschland, ermöglicht das thailändische Recht eine Privatscheidung. Dies erfordert eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Ehegatten vor Zeugen. Diese Vereingarung ist ordnungsgemäß zu registrieren, entweder in Thailand oder bei einem thailändischen Konsulat.

Bei gemischt thailändisch-ausländischen Ehen stellt sich einerseits die Frage der Zuständigkeit thailändischen Rechts und andererseits die Problematik der Anerkennung ausserhalb Thailands. Es ist der nicht seltene Praxisfall, dass sich erst Jahre später herausstellt, dass die Ehe doch nicht vollständig beendet wurde. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf die Vermögenssituation und die Möglichkeit zur Wiederverheiratung. 

#2. Strategie und Planung: Der Wunsch nach einer schnellen und finanziell vorteilhaften Scheidung kann beidseitig sein. Bezüglich der Ausübung von Gestaltungsrechten gibt es nicht selten ein Scheidungswettrennen, wer zuerst die Scheidung einleiten kann. Eine Chaosscheidung ohne vorhergehende Strategie und Planung kann nicht nur hohe Vermögenswerte vernichten, sondern auch zu einer jahrelangen Blockade führen.

Die unterschiedlichen Rechtsordnungen einer Mischehe machen es sinnvoll, die Scheidung als Projekt fachmännisch zu gestalten, anstatt unüberlegt eine blinde Flucht nach vorn anzutreten. Dies gilt insbesondere, wenn es um erhebliche Vermögenswerte geht und um asymmetrische Vermögensverhältnissen.

#3. Bedeutung des Ehevertrags: Um einen Vermögensverlust durch Heirat zu vermeiden, ist es nicht unüblich, vor, während oder nach erfolgter Heirat einen Ehevertrag (pre-nup) abzuschließen. Dies kann im Heimatland des Ausländers, in Thailand, oder in einem Drittland erfolgen. Massgeblich sind u.a. die Ansässigkeit von einem oder beiden Ehepartnern und die Belegenheit der wesentlichen Vermögensgegenstände. Die Regelungen in Thailand unterscheiden sich hierbei typischerweise von ausländischen Gesetzen.   

#4. Gestaltungsmaßnahmen während und nach der Ehe: Bereits vor Beginn des Scheidungsverfahrens sind die Optionen zu prüfen, die für beide Ehegatten bestehen. Dies betrifft die rechtliche Prüfung der während der Ehezeit erfolgten Erklärungen vor dem Grundbuchamt, die Dokumentation von Vermögensmassnahmen vor und während der Ehe, sowie Möglichkeiten zur Beendung von Vereinbarungen zwischen den Eheleuten bis spätestens zwölf Monate nach erfolgter Scheidung.  

Abschnitt 1469 des thailändischen CCC besagt, dass jegliche Vereinbarung, die während der Dauer der Ehe zwischen Ehemann und Ehefrau abgeschlossen wird, von jedem Ehepartner jederzeit bis zu einem Jahr nach Beendigung der Ehe beendet werden kann. Diese zwingende gesetzliche Regelung hat die Zielsetzung, die gesetzliche Vermögenszuordnung während der Ehedauer zu schützen, in der die Eheleute als besonders gefährdet angesehen werden, Vermögensrechte aufzugeben, um Ausbeutungen, Misshandlungen und Familienstreitigkeiten zu verhindern.

Die Bedeutung dieser und anderer Gestaltungsmassnahmen sind auf eigenen Seite wie auf Seiten des Ehepartners sorgfältig zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere in Grenzbereichen mit Immobiliengeschäften und seinen ausländerrechtlichen Beschränkungen.

#5. Gerichtszuständigkeit, Zustellung, Sprache: Wenn das Ehepaar bereits eine grenzüberschreitende Trennung durchgeführt hat, dann ergibt sich die Frage einer erfolgreichen Zustellung der Klageschrift sowie der folgenden Schriftsätze.

Die Zuständigkeit des Gerichts ergibt sich unter Berücksichtigung des Heiratsortes, der Nationalität der Ehegatten, dem Ort der Ansässigkeit, sowie unter Berücksichtigung weiterer Gesichtspunkte. Die Sprache der Schriftsätze sowie Übersetzungserfordernisse sollten vorab berücksichtigt werden. Personalstatut, Ehewirkungsstatut, Güterrechtsstatut, Scheidungsstatut, jeweils mit Rück- und Weiterverweisung, Statutenwechsel, Einzelstatut bricht Gesamtstatut, Rom III Verordnung und weitere Kollisionsnormen erfordern eine routinierte Anwendung.

 

#6. Scheidungsgrund: Abhängig von der Fallgestaltung mag sich der Scheidungsgrund vor dem europäischen Gericht nach thailändischem Scheidungsrecht ergeben. Dies gilt insbesondere wenn der letzte gemeinsame Wohnsitz Thailand war. Auch eine einvernehmliche Scheidung bedarf dann ach geltender Praxis deutscher Gerichte eines Scheidungsgrundes und der Scheidungsantrag mag nur von demjenigen Ehegatten zu stellen sein, der den Scheidungsgrund nicht selber verursacht hat. Dies gilt beispielsweise im Falle des böswilligen Verlassens durch Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz.

#7. Scheidungsverfahren: Was sich als Schrecken ohne Ende herausgestellt hat, muss nicht zu einem Ende mit Schrecken führen. PUGNATORIUS Ltd. in Bangkok verfolgt über eine prozesserfahrene thailändische Scheidungsanwältin, die die Mandanteninteressen robust und zielstrebig verfolgt.

 


 Die Kanzlei in Bangkok berät und unterstützt schwierige Scheidungen mit hohen Vermögensinteressen. Sie wird sowohl auf thailändischer wie auf nicht-thailändischer Seite tätig. Mehr auf Nachfrage bei kanzlei@pugnatorius.com.

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